Dalits, das sind die Kastenlosen, die in Indiens gesellschaftlicher Hierarchie ganz unten Stehenden. Ausgegrenzt leben sie von Hilfsarbeiten als Tagelöhner, ohne sicheres Einkommen. Wir besuchten eine kleine Dalitsiedlung direkt an einem Fluss, der es den Frauen ermöglicht, ein wenig Geld durch das Waschen fremder Wäsche zu verdienen. Für diese Menschen wurden kleine Häuser gebaut - und so kam es dazu:

Jeremias besuchte die Siedlung im November 2006 und beschrieb seinen Eindruck verbunden mit der Bitte, für diese Familien kleine Häuser, die 600€ kosten sollten, zu bauen. Bisher lebten diese Menschen in Hütten direkt an einem Flussufer, der bei starken Regenfällen übers Ufer tritt. Der Sandboden, welcher auch als Schlafstätte dient, weicht auf, vieles in und an den Hütten geht kaputt. Der Bau eines kleinen Hauses kostet weniger als hierzulande eine Monatsmiete. Die Entscheidung fiel nicht schwer.
Wie überrascht war ich, als ich einen Monat später schon, noch vor Jahresende ein Foto des fertigen Hauses sah, mit einer strahlenden Familie davor. Und welche Freude! Wir besuchten diese Familien, die uns mit ihrer Dankbarkeit und Freude quasi beschämten. Ich durfte mit ihnen ihr Haus betreten, eine kleine Treppe hinauf in ein Zimmer, das einer Familie mit 6 Kindern als Wohn- und Schlafraum dient. Der Raum leer, eine Uhr und einige Heiligenbilder an der Wand, ein abgetrennter Bereich hinter dem sich vielleicht die persönlichen Dinge der Familie befanden. Zwei der Kinder erzählten stolz, dass sie in die Schule gehen. Dass sie gerne lernen, war ersichtlich. Sie werden durch Patenschaften unterstützt. Das gibt Hoffnung aus der Armut auszusteigen.

Barbara Löhr                                                                                Diese Seite als PDF herunterladen