Das Thema Hausbau hat uns bereits ganz zu Beginn unserer Arbeit in Südindien beschäftigt. Nach dem Tsunami 2004 waren sehr viele Häuser im Bereich der Küste zerstört. Die Menschen, die dort lebten, mussten in Notunterkünfte umziehen, damit sie überhaupt ein Dach über dem Kopf hatten. Fieberhaft wurde nach Möglichkeiten gesucht, diesen Menschen so schnell wie möglich zu helfen.

Es meldeten sich viele verschiedene Hilfsorganisationen, die bereit waren, Häuser zu bauen. So entstanden die ersten neuen Wohnmöglichkeiten. Was bald fehlte, waren die Baugrundstücke. Dies war ein Punkt, den Pfarrer Jeremias, unser Ansprechpartner, Organisator und Freund vor Ort, in Angriff nahm. Er versuchte möglichst schnell möglichst viel Baugrund im Landesinneren und damit in einigermaßen sicherer Entfernung vom Tsunami-gefährdeten Strand zu niedrigem Preis zu kaufen. Dies hat sich bald als eine ganz wichtige Entscheidung herausgestellt, denn die Preise der Grundstücke stiegen rasch drastisch an.

Die Menschen, die durch den Tsunami ihr Haus verloren hatten, sind bereits alle in Häuser umgezogen. Es gibt keine Notunterkünfte mehr in unserem Einsatzgebiet und die großen Organisationen sind nun abgezogen. Trotzdem ist der Bedarf an Wohnraum noch immer ungebrochen. Viele sehr arme Familien und Witwen mit Kindern brauchen dringend ein festes Dach über dem Kopf. Dies ist uns ein ganz wich-tiges Anliegen und wir sind sehr dankbar, wenn wir Spenden zum Bau weiterer Häuser bekommen.

Ein einfaches Haus mit dem nötigen Wohnraum kostet rund 1.800 €. Zu jedem Haus muss der spätere „Besitzer“ eine Eigenleistung erbringen. So hat das Haus auch einen ganz persönlichen Wert für seine Familie. Ein solches Haus hat meist 1 bis 2 Räume. Einer dient als Wohnraum, und ein Teil davon wird oft gleichzeitig als einfache Küche – bestehend aus ein paar Tiegeln, Töpfen und einfachen Behältern - genutzt.

Es gibt keine Betten wie wir sie kennen. Zum Schlafen werden abends im Wohnraum einfach Bastmatten ausgerollt, die morgens wieder eingerollt und zur Seite geräumt werden. Toiletten gibt es eher selten in den Häusern. Da es keine Kanalisation gibt, handelt es sich dabei um Toiletten ohne Wasserspülung, sprich Plumpsklos.

Die Menschen zeigen sich sehr dankbar für die Unterstützung durch Wohnraum und können Dank der neuen Häuser ein deutlich besseres Leben führen.

Ulrike Albert               Diese Seite als PDF herunterladen