Wie in Deutschland gibt es auch in Indien in fast jedem Dorf einen Kindergarten. Jedoch darf man sich einen indischen und vor allem einen tamilischen Kindergarten natürlich nicht so vorstellen wie bei uns.

Dort gibt es keinerlei Spielzeug oder sonstige Utensilien, die man zum Spielen benutzen könnte. Oft steht den Kindern und ihren Betreuerinnen lediglich ein kahler Raum zur Verfügung, in dem sie gemeinsam auf dem Boden oder auf Bänken sitzend Lieder lernen oder beispielsweise das Alphabet einstudieren.

Die wichtigste Aufgabe der indischen Kindergärten besteht darin, die Kinder mit einem sehr einfachen, jedoch warmen Mittagessen zu versorgen. Da viele Familien sehr arm sind und nicht genug zum Essen und Leben haben, stellt diese zusätzliche unentgeltliche Mahlzeit eine große Entlastung für Eltern und Familien dar.

Durch den Tsunami Ende 2004 wurden auch zahlreiche Kindergärten in küstennahen Dörfern zerstört. Bis jedoch alle finanziellen und organisatorischen Probleme behoben sind, die dem (Neu-) Bau eines Kindergartens im Weg stehen, dauert es mehrere Jahre. In der Zwischenzeit hat man provisorische Unterkünfte geschaffen (oft leerstehende Häuser), damit die Kinder überhaupt den Kindergarten besuchen können.
 

Die Umstände in diesen Behelfs-Räumen sind jedoch sehr erbärmlich und für die Kinder und ihre Erzieherinnen geradezu unzumutbar. Heute sind eine Vielzahl der Kindergärten bereits wieder aufgebaut oder gerade im Bau. Ein Großteil der Unterstützung erfolgt durch Spenden aus Deutschland.

Auch wir unterstützen durch Geld- und Sachspenden den Bau und die Ausstattung der Kindergärten. Viele Familien, Kinder und Kindergärten in Deutschland sammeln außerdem altes Spielzeug und stellen es den Kindern in Indien zur Verfügung, um deren Kindheit etwas mehr Freude zu schenken und Abwechslung in ihr Leben zu bringen.

Carolin Höllein

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