Teil des alten LepradorfesEnde 2006 erschien im Büro von Pfarrer Jeremias ein Bittsteller, der um dringende Hilfe für sein Dorf nachsuchte. Bei der Ankunft in diesem Dorf stellte sich heraus, dass es sich um ein sog. „Lepradorf“ handelt, d. h. es leben dort nur Familien mit mindestens einem Leprakranken. Diese Familien wurden wegen der Krankheit aus ihren eigentlichen Dorfgemeinschaften ausgeschlossen und haben eine eigene Dorfgemeinschaft gegründet. Es handelt sich dabei um 18 Familien, die in einfachsten menschenunwürdigen Verhältnissen leben und wohnen.

Der Lebensunterhalt wird vor allem durch Betteln an der Straße vor der nächsten größeren Stadt oder durch kleine Dienstleistungen (Verkauf von Tee etc.) bestritten. Den meisten Familien stehen oft deutlich weniger als 50 Cent/Tag zum Leben zur Verfügung. Sie leben in kleinen, erbärmlichen Hütten aus Lehm und Kokosnussblättern. In Monsunzeiten werden diese Behausungen (von Häusern kann man gar nicht reden) oft von den Wassermassen durchspült und ramponiert.

Als erste Hilfe zur Selbsthilfe hat Pfarrer Jeremias jeder Familie zwei Schafe geschenkt. Einigen Männern hat er größere Teebehälter zur Verfügung gestellt, damit sie den Arbeitern in nahegelegenen Ziegeleien Tee verkaufen können. Weiterhin wurde als kurzfristige Hilfe der Dorfbrunnen vertieft, um für die Bewohner genügend Trinkwasser zu liefern.

Rohbau im LepradorfPfarrer Jeremias hat sofort erkannt, dass diese Familien dringendst neue Häuser brauchen, um ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein führen zu können. Ursprünglich waren die Kosten für ein sehr einfaches kleines Häuschen mit ca. € 900,00 angesetzt. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass aufgrund von Besonderheiten des Geländes und des Untergrunds mit ca. € 1.500,00 pro Haus zu rechnen ist.

Aufgrund von verschiedenen Spendenaufrufen konnten wir innerhalb von einem halben Jahr ca. 20.000 € sammeln. Da eine Hilfsorganisation aus Holland bereit war, die Restfinanzierung zu über-nehmen, konnte der gesamte Finanzierungsbetrag für die 18 Häuser bis Ende 2007 aufgebracht werden. Im Februar 2008 wurde mit dem Bau der Häuser begonnen.

 


Aufgrund von Problemen bei der Einebnung des Baugeländes und dem Einsetzen von starken Regenfällen mussten die Bauarbeiten zwischendrin immer wieder unterbrochen werden.

Wir hoffen die 18 Häuser bis Ende September 2008 fertig stellen zu können.

Die 18 Familien sind voll von Dankbarkeit und Freude über diese Unterstützung. Wenn sie in ihren neuen Häusern wohnen, wollen sie sich um den Aufbau ihrer Existenz kümmern und ihre Geschäftsideen verwirklichen. Sie betonen immer wieder, dass durch die Hilfe von Pfarrer Jeremias ihr Leben neue Hoffnung und Zuversicht gebracht hat.

Andreas Höllein

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