Aktuelles

Herbstbrief - im Oktober 2020

 

Liebe Pateneltern, Freunde und Förderer unseres Vereins,

wir bekommen von vielen Seiten die Frage gestellt, wie sich Situation aufgrund der Corona-Krise in Südindien entwickelt. Wir sind in ständigen Kontakt mit Pfarrer Jeremias, um die aktuelle Lage zu besprechen und zu überlegen, was wir als Verein tun können.

Jeremias hat uns einige nähere Informationen zukommen lassen, die Sie sicherlich interessieren werden und die wir mit diesem Schreiben an Sie weitergeben möchten. 

  1. Aktuelle Situation vor Ort

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich in Indien bis heute über 7 Mio. Menschen an Covid 19 infiziert. In der Zwischenzeit gibt es über 100.000 Tote. Aufgrund der Dunkelziffer und der verhältnismäßig geringen Anzahl von img 3982Tests muss man allerdings von einer vielfachen Zahl von Infizierten ausgehen.

Die fehlende soziale Distanz, unzureichenden Hygienemaßnahmen und die mangelhafte medizinische Versorgung führen zu deutlich höheren Infektions- und auch Todesraten als in den westlichen Ländern.

Auch in der von uns unterstützten Region im Bundesstaat in Tamil Nadu ist die Not groß. Schon vor Corona war die wirtschaftliche Situation der armen Familien schwierig, jetzt ist sie noch dramatischer.

Vor Corona konnten die Familien - in vielen Fällen sind es Witwen oder von ihren Männern verlassene Frauen mit ihren Kindern – auch aufgrund der Unterstützung durch unseren Verein einigermaßen überleben. Die Patengelder, aber auch medizinische Hilfe, Unterstützung beim Hausbau helfen den armen Familien das tägliche Leben zu bestreiten. Ihre Einkünfte als Tagelöhner auf den Feldern, in Fabriken oder als Verkaufshilfen in Geschäften reichen dafür allein nicht aus.

Aber durch Corona hat sich vieles verändert:

Die Fabriken und Läden sind teilweise geschlossen, immer mehr Arbeit auf den Feldern wird durch Maschinen ersetzt. Auch geht die Bereitschaft zur Hilfe der Menschen untereinander zurück. Während früher die Armen von ihren „besser gestellten“ Nachbarn mit unterstützt wurden, lässt diese Hilfe aufgrund der wirtschaftlichen Probleme und der Angst vor Corona immer mehr nach.

 Der indische Staat versucht armen Familien zu helfen, aber unterm Strich ist die Hilfe unzureichend. Bisher haben die Familien 2 x 1.000 Rupien erhalten, das sind zusammen 30 Euro. Zusätzlich erhalten sie 20 kg Reis pro Monat, aber von Reis allein können die Menschen nicht leben.

Die Schulen sind seit Beginn der Pandemie bis heute geschlossen. Sie sollen zum 1.November wieder geöffnet werden. Auch in Indien wurde Online-Schulunterricht angeboten, allerdings braucht es hierfür die nötige Ausrüstung (z.B. Computer, Internet), die häufig nicht vorhanden ist.

Die Schüler und Auszubildenden im letzten Schul- bzw. Ausbildungsjahr, auch die von uns betreuten Krankenschwestern-Schülerinnen konnten ihre Abschlussprüfungen machen und somit ihre Berufsausbildung beenden. Darüber sind wir sehr froh.

Wir werden Sie über die weitere Entwicklung in Südindien auf dem Laufenden halten.

  1. Auszahlung des Patenschaftsgeldes

Pfarrer Jeremias hat in den ersten 2 Oktober-Wochen an ca. 3.400 Patenkinder das ½ jährliche Patenschaftsgeld und auch eine Corona-Sonderhilfe in Höhe von ca. 30.- pro Kind ausgezahlt.

1jeremias FB8   Um die Hygiene-Vorschriften einzuhalten, wurden pro Tag nur ca. 300 Kinder eingeladen. Die örtliche Polizei    hat dankenswerter Weise den reibungslosen Ablauf unterstützt und gleichzeitig die Einhaltung der    Vorschriften überwacht. Es war ein organisatorischer Kraftakt, aber es hat alles gut funktioniert. Alle    Patenkinder haben das dringend benötigte Patenschaftsgeld erhalten.

   Die Sonderzahlungen waren möglich, weil wir im Rahmen von 2 Spendenaktionen mit Ihrer Hilfe ca. 40.000 €      generieren konnten, die jetzt zur Auszahlung gekommen sind.

   Hierfür ein Herzliches “Vergelts Gott“!

 

 

 

  1. Erhöhung des Patenschaftsgeldes

Aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung v.a. für Grundnahrungsmittel (z.B. ist der Preis für 1 kg Reis in den letzten 10 Jahren um das 3-fache gestiegen) und der wirtschaftlichen Not wegen der Corona-Pandemie haben wir uns entschlossen, das monatliche Patenschaftsgeld für ein Kind ab Januar 2021 von  10,-- € auf 15,-- € und für einen Senioren von 5,-- € auf 10,-- € zu erhöhen. 

Wir werden Sie in einem gesonderten Brief nochmals über diese Maßnahme informieren. Wir werden Ihnen aber die Option einräumen, der Erhöhung nicht zuzustimmen. In diesem Fall bliebe für Sie dann alles beim Alten.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund.

 

Andreas Höllein                             Manfred Freitag                             Pfr. Walter Ries 

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